Der 4. Chemnitzer Kendo-Lehrgang

5. Chemnitzer Kendo-Lehrgang


Am letzten Juni-Wochenende fand der 5. Chemnitzer Kendo-Lehrgang statt. Das Thema lautete „Zwischen Druck und Schlag“ und beschäftigte sich mit den Konzepten Seme, Sen und Tame.

Teilnehmer des 5. Chemnitzer Kendo-Lehrgangs

Mit Temperaturen von bis zu 37,3°C fand der Lehrgang unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Ein kleiner Funfact am Rande: Der offizielle Hitzerekord der Stadt Chemnitz liegt bei 37,8°C und wurde im Jahr 2012 gemessen. (Vielen Dank an die KI für diese Information.)

Dennoch ließ sich keiner der knapp 40 angemeldeten Teilnehmer davon abhalten, am lang erwarteten Fortsetzungstraining von Thomas Mesenholl (Renshi, 7. Dan, Wuppertal) teilzunehmen. Wetterbedingte Absagen gab es keine.

Wie bereits im vergangenen Jahr spielte Seme eine zentrale Rolle. Diesmal wurde jedoch insbesondere auf Tame eingegangen – den Zustand einer dauerhaften Bereitschaft. Dabei ging es nicht um körperliche Anspannung, sondern um die innere Vorbereitung eines Angriffs und die Fähigkeit, psychischen Druck kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Beides sind Aspekte, die weniger durch Kraft als vielmehr durch das eigene Verständnis und die mentale Auseinandersetzung mit dem Kendo entwickelt werden. Gerade deshalb eignete sich dieses Trainingsformat hervorragend für die hohen Temperaturen.

Theorie

Ein weiterer Schwerpunkt waren die ersten beiden Nihon Kendo Kata. Dabei wurde detailliert betrachtet, wie sich Seme und Tame innerhalb der Kata ausdrücken und welche Bedeutung sie für einen erfolgreichen Angriff besitzen. Für viele Anfänger waren diese Begriffe und Konzepte völliges Neuland. Fortgeschrittene kannten die einzelnen Bestandteile teilweise, empfanden jedoch besonders die Zusammenführung der Themen und das Aufzeigen ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten als äußerst aufschlussreich.

Erfreulicherweise verlief der Lehrgang erneut vollkommen unfallfrei. Die Sorge vor hitzebedingten Zwischenfällen bestätigte sich nicht. Dank der theoretischen Unterrichtseinheiten, regelmäßiger Trinkpausen und eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Temperaturen konnten alle Teilnehmer das Wochenende sicher absolvieren.

Traditionell wurde der erste Lehrgangstag am Samstagabend mit einem gemeinsamen Grillen abgeschlossen. Durch die hohe Teilnehmerzahl – und vielleicht auch aufgrund der sommerlichen Temperaturen – entwickelte sich in diesem Jahr ein besonders reger persönlicher Austausch. Immer wieder bildeten sich neue Gesprächsrunden, zwischen denen die Teilnehmer wechselten. Dadurch entstand eine offene Atmosphäre, in der man sich nicht mehr nur als Sportler aus verschiedenen Vereinen begegnete, sondern sich auch persönlich besser kennenlernen konnte.

Die Rückmeldungen zum Lehrgang waren durchweg positiv. Viele Teilnehmer kündigten bereits jetzt ihre Teilnahme am dritten und abschließenden Lehrgang dieser Vortragsreihe an. Es freut uns besonders zu sehen, dass das Kendo des CPSV zunehmend über die Region hinaus wahrgenommen wird. Sowohl das Michiko-Spezialtraining, bei dem sich monatlich Kendoka aus ganz Sachsen zu einem vereinsübergreifenden Rüstungstraining treffen, als auch der Chemnitzer Kendo-Lehrgang, der seit 2022 jährlich stattfindet, haben sich mittlerweile als feste Größen etabliert und finden weit über Dresden & Leipzig darüber hinaus Beachtung.

Abschließend möchten wir uns herzlich bei Thomas Mesenholl und Thomas Lieb bedanken. Mit großem Engagement, Geduld und Verständnis vermitteln sie nicht nur wertvolles Kendo-Wissen, sondern geben einem auch das Gefühl, dass im Kendo – sowohl als Übender als auch als Organisator – vieles möglich ist!

Equipment

Fotogalerie